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6. Januar 2005
  Fezzo-Törn 1998

Zwei Jahre segelten wir mit unserem neuen Waarschip von der Schlei aus in die Gewässer um Fünen. Uns gefiel es gut dort, wir hatten allerdings auch immer sagenhaftes Glück mit dem Wetter.

Zwei Jahre lang sagten unsere Segelkameraden vom Verein - was Ostsee? Ihr müßt unbedingt nach Kroatien, das ist das Segelrevier für euch! Wenn ihr erstmal dort wart, geht ihr nirgendwo anders mehr hin!

Sonne, klares, warmes Wasser, viel frischer Fisch, schöne Inseln... Wir fahren also nach Kroation. Wir - das sind Michael (3), Leonie (6), Sabine (7), der Skipper mit Ehefrau. Unser Schiff ist eine selbst ausgebautes Waarship TienTien mit Hubkiel, leicht und schnell, trailerbar. Die VW Caravelle kann die Familie und sämtliche Ausrüstung problemlos transportieren.

Mitte August erreichen wir unseren Ausgangshafen Punat nach 16 Stunden Fahrtzeit, schon früh am morgen erschlägt uns fast die Hitze. Im Hafen klappt trotzdem alles wie am Schnürchen, nach 6 Stunden konzentrierter Arbeit liegen wir bereits im Wasser. Prima Service. Die Kinder baden schon im ziemlich dreckigen Hafenwasser, auch ein Eis zwischendurch verkürzt die Zeit. Am nächsten Tag dämpft sich dann unsere Euphorie über den problemlosen Urlaubsbeginn. Nachdem wir alle Formalitäten wie Permit, Krangebühren, Hafen- und Parkgebühren für Auto und Trailer erledigt hatten, sind wir knapp DM 1600,- los.

Und da gab es dann noch ein "kleines" technisches Problem, was wohl jedes Jahr so oder ähnlich sein muß. Abends wollte ich das erste richtig schöne Essen an Bord zaubern, Civapcici, gebackene Kartoffelchips, Wein..., zuvor noch die Wassertanks gefüllt. Skipper im Boot, ich auf dem Steg, am Wasserhahn. "Sind die Tanks schon voll?" - "Nee, lass noch laufen." - "Aber jetzt?" - Nee, nee, lass ruhig weiter laufen." - Plötzlich ein Schrei: "Zuuudrehen, schnell!" Ich habe die halbvollen Eimer die wir über Bord schütteten nicht gezählt, aber es waren einige, kaum zu glauben was in so eine flache Bilge reingeht. Die Tankdeckel der neuen Kunststofftanks waren nicht dicht und sie wurden es auch nicht, nicht mit Silikon und nicht mit Superkleber. Das Abendessen kochte der Skipper, die Skipperfrau war nicht mehr zu sprechen. 


Mama kocht, den Kidis schmeckts

Am nächsten Morgen laufen wir aus zur Insel Rab. In Punat und dann auf Rab kommen wir uns vor wie in der Boxengasse auf dem Nürburgring, zahllose Motorboote dröhnen und rasen an uns vorbei daß uns Hören und Sehen vergeht. Nichts wie weg hier. Mit "unserem Wind" (2-3 Bft.) erreichen wir problemlos schon am frühen Nachmittag die Kamporska-Bucht. Wir wollen Segelfreunde von zuhause treffen. Das erste Ankermanöver in der sehr seicht auslaufenden Bucht klappt nicht auf Anhieb, der 10 kg Britanny-Anker slipt auf dem sehr harten Sandgrund. Der kleine 6 kg-Seagrip-Anker, eigentlich für unseren Jollenkreuzer, hielt dafür bombenfest.

Unsere Freunde zeigen uns am nächsten Morgen die schöne Stadt Rab, doch die Hitze, die jetzt schon seit Tagen anhält, läßt uns bald wieder zurückfliehen auf unser Schiff und an den Strand. Den Kindern gefällt das eh besser als das Kulturelle

Am nächsten Tag wollen wir nach Olib. Unser kleines Schlauchboot das wir hinter uns herziehen, hüpft in den Wellen, irgendwann reißt die Festmacherleine weil es in einer Welle halb voll gelaufen ist. Wir binden es näher und seitlicher an das Boot, aber eine ideale Lösung ist das auch nicht. Nach neun Stunden auf See suchen wir uns die Bucht St. Nikola auf Olib aus. Dort ist es aber ziemlich dreckig und zahllose Wespen fallen über uns her. Wir kehren um und ankern in der südlicher gelegenen Bucht Juzna Slatina. Eine traumhafte Bucht, glasklares Wasser, viele Wasserpflanzen, idyllische Abendstimmung, absolut ruhig. Auch hier täuscht uns der Ankergrund, was von oben aussieht wie Sand sind sehr großflächige Steinplatten mit etwas Sand belegt, es dauert bis der Anker richtig sitzt. Plötzlich ein deutlich vernehmbares Knistern und Knacken im Bootsrumpf. Haben wir Grundberührung? Der Skipper taucht nocheinmal, aber es ist noch genug Wasser unterm Kiel, nichts ist festzustellen. Es knistert immer lauter. Wir werden uns doch nicht die schöne Abendstimmung vermiesen lassen, genießen ein Fläschen Wein und kriechen in unsere Kojen.

Mitten in der Nacht weckt mich der Skipper, wir müssen hier weg! Warum ist mir auch schnell klar, der Wind hat auf Süd gedreht und aufgefrischt. Die Wellen drücken in die Bucht, wir sind auf Legerwall. Eines von den drei ankernden Booten in der Bucht ist schon verschwunden. Zum Hafenörtchen Olib sind es ca. 3 sm, dort liegen wir geschützt. Zuerst muß ich unseren schlafenden Kindern die Schwimmkrägen überziehen, rechne mit Riesengeschrei, aber die schlafen einfach weiter. Als Karlheinz die Ankerkette lichtet, leuchtet diese wie phosphorizierend. Das muß mit dem Knistern am Bootsrumpf zusammenhängen. Es ist stockdunkel, ab und zu Blitze am Himmel, aber kein Gewitter. Ich sehe überhaupt nichts, der Wind braust, ich habe ordentlich Schiß. Am Abend vorher haben wir bereits das GPS programmiert, sodaß wir den Weg um die Südspitze mit vorgelagerter Untiefe sicher finden.

In Olib legen wir an einer Muring-Boje an, die wir aber erstmal finden müssen. Langsam tasten wir uns mit dem Echolot vor, etwas hilft uns auch die Hafenbeleuchtung, die Taschenlampe ist fast wertlos, im zweiten Anlauf klappts dann. Das ist also unser erster kleiner Jugo, und der wird uns 2 Tage in Olib festhalten. Wir erkunden das kleine Inselörtchen, unsere Kinder sind begeistert. Neben einem netten Badeplätzchen mit einer Wasserrutsche und einer offenen Dusche gibt es auch einen Krämerladen mit allem Nötigen, so auch Eis und Süßigkeiten für die Kinder. Es gibt in den kleinen Häfen oft keine WC's oder Duschen. Auf die Duschen könnten wir verzichten, aber die fehlenden Toiletten machen sich sehr unangenehm in Strandnähe bemerkbar, und natürlich auch in allen Hafenbecken und vielen Buchten. Ich kann mir auch bald denken, warum die Crews auf den hereinkommenden Schiffen immer Handschuhe anziehen, bevor sie die Muringleinen aus dem Wasser ziehen! Sicher nicht nur wegen Bewuchses. Selbst in größeren Buchten ist der Grund mit einer kalkig aussehenden Schicht belegt.


Über was diskutieren die wohl?

Was wir auf Olib auch zum erstenmal bemerken, ist die schwierige Versorgung. Wir nehmen grundsätzlich in den Urlaub keine bzw. ganz wenig Konserven mit, weil wir gerne frische und landesübliche Sachen essen. Nun ist das aber auf den kleinen Inseln so, daß ein-bis zweimal wöchentlich ein Versorgungsschiff kommt, das frisches Obst und Gemüse bringt, und wer dann nicht gleich Schlange vor dem einzigen Laden am Ort steht, sieht alt aus. Frisches Fleisch ist überhaupt nicht zu bekommen und frischer Fisch schon gleich gar nicht. Die ortsansässigen Fischer fangen gerademal soviel, daß es kaum für ihre Familien reicht. Die Alternative ist, ins Restaurant zu gehen, aber das ist speziell in den Häfen unverhältnismäßig teuer, wir sind 5 Personen, und jeden Tag Cevapcici und Pommes... Kroatien ist für uns nicht das Schlaraffenland.

Der anhaltende Jugo nervt, heute morgen hebt er während des Frühstücks unser hinten am Schiff festgemachtes Schlauchboot mitsamt Außenborder hoch und kippt es um. Karlheinz bastelt den ganzen Tag am Motor herum, dem das Seewasser gar nicht gut bekam, den dabei gebrauchten Wortschatz möchte ich hier nicht wiedergeben. Abends können wir wieder an Land tuckern.

Am nächsten Morgen brechen wir auf Richtung Brguljski-Bucht auf der Insel Molat. Es weht immer noch kräftiger Wind aus Süd, wir müssen gegenan. Bei der Insel Ist wollen wir in der Koziraca-Bucht ankern, doch auch hier drin ist der Wind noch zu stark. Wir durchfahren noch die Meerenge zwischen Skarda und Ist, doch dann beschließt der Skipper umzukehren. Wir haben erst die Hälfte der Strecke hinter uns, dabei ständig an der Kreuz bei starkem Seegang, das müssen wir uns nicht antun. Ich kehre zwar nicht gerne um und mir stinkts gewaltig, aber die Entscheidung war richtig. Auch daß wir nicht - kurzfristig in Erwägung gezogen - in den Hafen Silba gehen, war richtig. Abends landen wir wieder in Olib, diesmal an der Kaimauer. Es ziehen noch am selben Abend Gewitter auf, kräftige Regenschauer, und in der Nacht fängt es unvermittelt an, zu stürmen. Eine Bora löst den Jugo ab. Wir liegen relativ ruhig, unsere Kinder sind abermals begeisterst von der Wasserrutsche. Wie wir später von anderen Seglern gehört haben, die zu dieser Zeit im Hafen Silba/Ost lagen, hat es dort ordentlich gekachelt. Sie mußten sogar zeitweise ihr Schiff verlassen, weil es drinnen nicht mehr auszuhalten war. Mehrere Schiffe verhaken sich in den Riggs, es entstanden einige Schäden.

So vergeht die Zeit. Nach zwei Tagen laufen wir aus, Ziel Zadar. Wir müssen unbedingt ordentlich einkaufen. Unser Kleinster probt schon den Aufstand, weil er nichts vernünftiges zu Essen kriegt. Es ist ein schöner Segeltag, mit bis zu 7 Knoten laufen wir auf Vorwindkurs. Vor Biograd ankern wir noch in einer kleinen Bucht. Der Skipper angelt, wieder erfolglos, wir baden und genießen die herrliche Landschaft. Am Spätnachmittag lichten wir den Anker, legen in Biograd in dem neuen Beton-Hafen an, der mir überhaupt nicht gefällt. Am Abend geht es schon wieder los, Gewitter, Regen, und nachts stürmt die nächste Bora. Und wie! Drei Tage hält sie uns in Biograd fest, es wird unverhältnismäßig kalt, und wir lassen dort gezwungenermaßen viel Geld liegen. Die Hafengebühren sind genauso unverschämit wie die Restaurantpreise. 

Die Hälfte unseres Urlaubs ist um. Nach der Wetterprognose beschließen wir, nach Dugi Otok in die Telascica-Bucht zu fahren. Um die Pasman-Insel, an Zut vorbei, segeln wir in die Enge zwischen Dugi-Otok und Kornati. Die Meerenge ist atemberaubend. Nur 3 m tief und vielleicht 6 m breit ist die Durchfahrt. An diesem Tag, nach der Bora, ist die Luft glasklar, das Wasser tiefblau, die Inseln wunderschön. In der Bucht Mir gehen wir an eine Muring-Boje. Die Telascica-Bucht wird von Segelschiffen stark befahren, jeder "muß mal dort gewesen sein". Wir machen noch einen kleinen Spaziergang hoch an den Mir-See, Karlheinz läuft mit Sabine zur Steilküste und bringt von dort schöne Fotos mit. Abends erleben wir den bisher schönsten Sonnenuntergang, tiefrot. Der Nordwestwind bringt uns eine unruhige und kalte Nacht, der Herbst kündigt sich dieses Jahr früh an.

Ach übrigens, im Bootsrumpf knisterts wieder, vornehmlich nachts. Haben noch immer keine Ahnung, was das sein könnte, ist aber wohl auf jeden Fall ungefährlich. Der Skipper erinnert sich irgendwann, daß er über dieses Phänomen in der "Yacht" schon einmal gelesen hat. Vielleicht eine statische Aufladung oder elektromagnetische Felder oder sowas. 

Am nächsten Morgen rauschen wir an der Ostküste von Dugi Otok entlang. Wir suchen uns die Lucina-Bucht als Ankerplatz aus. Der Bucht ist eine Insel vorgelagert, so daß man von außen die Bucht gar nicht erkennen kann, aber im Inneren sehr idyllisch, und angeblich Bora- und Yugo- und was weiß ich nicht sicher. Und bekannt wohl bei vielen Seglern, denn bis zum Abend waren alle Murings belegt! Unser Proviant neigt sich mal wieder zu Ende. Im einzigen Mini-Market (den Namen hatte der Laden zurecht) gibt es noch eine Tüte Eis. Wir haben aber drei Kinder. Wer diese Familien-Zusammensetzung auch hat weiß, was los war. Am Ende bekam der Kleinste das Eis, logisch oder nicht. Zum Essen gibt es so gut wie gar nichts mehr zu kaufen, da der Laden am anderen Tag für dieses Jahr dichtmacht.

Also ins einzige Restaurant, wir bestellen die üblichen Cevapcici, Tintenfische und Pommes, und das zu einem saftigen Preis. An unserem Dialekt erkennt ein anderer Gast, daß wir Bewohner der gleichen Stadt sind - es geht doch nichts über versteckte Traum-Reviere.

In Lucina benötigen wir dringend Wasser. Wir sprechen den jungen Mann an, der die Ankergebühren kassiert und gleichzeitig unseren Müll mitnimmt. Als er erfährt daß wir nur einen 20-Liter-Kanister füllen wollen, deutet er auf ein schönes Haus, wir sollen nachher rüberkommen. Dort füllt uns seine freundliche Mutter den Kanister mit Wasser aus der Zisterne. Das ist für uns schon etwas Besonderes. Auf den Inseln sammeln die Leute Wasser in Zisternen, entweder in einer kommunalen Anlage oder hinterm Haus, und gehen damit auch sparsam um. Was mich immer wieder verwunderte, war der Umgang vieler Segler mit dem Wasser, folgendes Szenario konnte ich mehrfach beobachten: ein Schiff legt an, einer steckt den Stecker in die Stromdose, dann duscht sich die komplette Mannschaft ausgiebig im Heck. Jetzt muß das Deck gewaschen werden - und nach dieser schweißtreibenden Arbeit ein Sprung ins Hafenbecken - jetzt muß natürlich nochmal geduscht werden. 


Generalreinigung im Hafen von Bozava

So schön es ist, wir müssen langsam an die Heimfahrt denken, das Wetter ist extrem wechselhaft. Wir wollen nach Brgulje, doch vorher nochmal einkaufen in Bozava. Als wir in dem kleinen Hafen anlegen, beschließen wir spontan, dazubleiben. Mit dem Einkaufen ist es zwar wieder nicht so besonders, aber das Örtchen ist uns sympathisch und wir finden eine kleine seichte Badebucht, ideal für unsere Kinder. Und dann bleiben wir mal wieder länger als geplant, weil nämlich der Wind auf Süd dreht und zunimmt, im Laufe des Tages 6-7 Bft. Plötzlich ist der kleine Hafen überfüllt, der nette Hafenmeister ist sehr zufrieden. 

Nach einem heftigen Gewitter ist die See am anderen Morgen wieder völlig ruhig. Trotz Bora-Ansage laufen die meisten Schiffe wieder aus, wir auch. Damit verlassen wir die Kornaten, dieser erste Besuch war nur eine Schnupperreise, denn hier gibt es noch viel zu entdecken. Da die Zeit knapp wird, beschließen wir, Brgulje rechts liegen zu lassen und auf Wunsch unserer Kinder nochmal in Olib anzulegen. Diese beschauliche Insel hat es uns angetan. Der Wind ist an diesem Tag nicht konstant, die Segel gehen ständig rauf und runter. Unsere Kinder helfen dabei eifrig mit, besonders unsere Älteste, die schon Segelerfahrung im Opti mitbringt, ist begeisterter und zuverlässiger Rudergänger. In ein paar Jahren setze ich mich aufs Vordeck und unsere Kinder machen die Arbeit an Deck. Sie sind jetzt schon seit 3 Jahren mit auf unserem FEZZO, andere Ferien wollen sie schon gar nicht mehr. Sie auf dem Boot zu "beschäftigen" ist kaum mehr nötig, da sie sich "mit dem Boot beschäftigen". 

In Olib ändert sich das Wetter, es gießt in Strömen und stürmt. Kommt eine Bora oder nicht? Keiner weiß das so genau, der Hafenmeister sagt ja, unsere Nachbarn mit Funk sagen nein, der österreichische und der deutsche Wettersender sind sich auch nicht einig. Wir warten noch einen Tag, dann legen wir frühmorgens ab, denn wir müssen zurück nach Punat. Nach anfänglich starkem Wind stehen wir plötzlich in einer Flaute. Da unsere Benzinvorräte auch zu Neige gehen, heißt es geduldig sein. Langsam schieben wir uns vorwärts, an der Insel Pag vorbei. Als wir die Westküste von Rab erreichen, frischt der Wind plötzlich wieder auf. Wir versuchen, direkt nach Punat zu segeln, aber der Wind und die Wellen in dieser Düse sind so stark, daß wir wieder einmal umdrehen und mittags in der Supetarska-Bucht ankern. Wir machen Siesta, baden ausgiebig und versuchen es nochmal. Punat ist so nah... Aber kaum kommen wir aus dem Windschatten der Insel heraus, bläst uns ein Wind um die Ohren, daß es nur so kracht. Wieder umkehren. Morgen ist Freitag und wir müssen endgültig in Punat sein. Die Nacht verbringen wir, wie am Anfang unserer Reise, in der Kamporska-Bucht. Eine sehr unruhige Nacht. Um sechs Uhr morgens lichten wir den Anker, der Wind hat etwas nachgelassen, und nach einer Kreuz erreichen wir gegen 11 Uhr Punat. Kurz vorher springen wir alle nochmal ins Meer, zum letzten Mal für dieses Jahr. Die vielen Motorboote sind immer noch da, fast wie vor vier Wochen

Telefonisch angemeldet legen wir am Kranplatz an. Jetzt gehts schnell, Boot ausräumen (warum haben wir bloß immer wieder soviel unnötiges Zeugs dabei?), Wanten, Stagen und Kiel vorbereiten für Mastlegen und Kranen, warum muß es jetzt eigentlich wieder so heiß sein? Während des Mastlegens kommen wir noch mehr ins Schwitzen, der Mast biegt sich beim Herausheben erbärmlich durch, die Jungs haben es zumindest nicht sicher im Griff, Schrecksekunden. Nochmal gut gegangen. Die Kranleute haben danach erklärt, daß das eigentlich nur ein Kollege kann, und der war gerade nicht da...

Das Boot liegt auf dem Trailer, das Gepäck und die Kinder sind verstaut und wir verlassen die Insel Krk um 16.00 Uhr. Das ist Rekord: nur fünf Stunden nach dem Einlaufen fahren wir ab, sogar noch frisch geduscht. Am anderen Morgen sind wir wieder zuhause. Es regnet... Und wo verbringen wir 1999 unseren Urlaub? In Kroatien, trotz Krieg? An der Ostsee oder ganz woanders? Vielleicht finden wir es ja noch, unser Traumrevier in dem alles paßt... 
 
 

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